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So tun als ob?

1. Dezember 2007

Können Sie sich manipulieren lassen? Das „komische Gefühl“ bei oder kurz nach einem Gespräch ist manchmal schwer zu definieren, irgendetwas war dabei nicht „rund“. Dann kann es durchaus sein, dass Ihr Gegenüber in einem NLP-Crashkurs war und nicht verstanden hat, worum es dabei eigentlich ging.

Im Coaching geht es darum, von einem aktuellen zu einem gewünschten Zustand zu kommen. Dafür ist es oft nützlich, so zu tun, als hätte man sein angestrebtes Ziel bereits erreicht. So können Sie herausfinden, ob Ihr gewünschter Zustand, Ihr Ziel also wirklich erreicht zu haben, überhaupt wirklich so erstrebenswert ist. Erst dann können Sie sich voll auf Ihren Weg dahin konzentrieren. Ein durchwegs sinnvolles und positives So-tun-als-ob.

Spannend ist jedoch die Frage, ob NLP, das Neuro Linguistische Programmieren, dazu missbraucht werden kann, Sie zu manipulieren. NLP, das häufig umständlich und unverständlich „erklärt“ wird, ist im Grunde einfach ein Werkzeug, um die Kommunikation mit anderen und mit sich selbst zu verbessern.

Setzt jemand NLP zur Manipulation ein, ist es wie ein So-tun-als-ob. Nämlich so zu tun, als ob man Ihnen aufrichtiges Interesse entgegenbrächte, so tun, als ob man Sie wirklich verstehe, so tun als ob man Sie unterstützen möchte, so tun als ob … Genau deshalb werden Sie mit ein wenig Gespür – wenn auch zugegeben manchmal nicht sofort – bemerken, wie aufgesetzt (wie hinter einer Maske) und plump jemand mit Ihnen spricht, wenn er sich auffällig genau so bewegt wie Sie, dass es schon peinlich ist. Oder Ihnen aus heiterem Himmel vorschwärmt, wie schön Ihre Schuhe sind, damit Sie hinunter sehen, mehr auf Ihre Gefühle achten und die Botschaft schön brav schlucken.

So tun, als ob ist also für sich selbst eine sehr gute Möglichkeit, die eigenen Ziele zu checken. Und es ist ungemein spannend herauszufinden, ob ein Gegenüber sich wirklich kongruent verhält oder eben nur so tut, als ob.

An welche Situationen denken Sie jetzt wohl gerade?

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Mag. Michael Sicher
1010 Wien

One more thing

8. Januar 2007

Morgen Abend ist es wieder so weit. Die ganze Apple-Fan-Gemeinde und Analysten blicken auf die Key Note von Apple´s CEO Steve Jobs auf der MacWorld in San Francisco. Die Gerüchteküche brodelt wieder wie nie zuvor. Lassen Sie sich davon anstecken.

„Die ersten 30 Jahre waren nur der Anfang. Willkommen im Jahr 2007.“ Es wird deutlich, dass Apple noch sehr viel vor hat. Schließlich können auf 30 Jahre Erfahrungen und Fehler zurück geblickt werden. Neue Produkte sind immer innovativ und am Puls der Zeit. Die Fan-Gemeinde sprudelt nur so über von Spekulationen über neue Produkte und spiegelt damit Apple sehr gut die Kundenwünsche wieder. Die Kunst liegt nur mehr darin seinen Enthusiasmus auszuleben und die Erwartungen zu übertreffen. Ein Gewinn für alle Beteiligten.

Ich denke, diese Strategie lässt sich auch auf eigene Bereiche anwenden. Wenn man sich nur damit beschäftigt, was das Beste der vergangenen Jahre war und was man in ähnlichen Situationen besser machen würde. Wenn man aufmerksam Kunden und Mitarbeitern zu hört und für Verbesserungsvorschläge hellhörig ist. Wenn man seinen Enthusiasmus für seine Aufgaben wieder spürt und man schließlich das Bisschen mehr macht als notwendig ist.

Wie wäre es, wenn diese „wenn“ nicht wären? Wenn Sie der Gedanke reizt, nehmen Sie sich Zeit für die Beantwortung der ersten Frage nach dem Ihrem Besten. Finden Sie das Beste, könnte sich der Enthusiasmus rasch einstellen und der Rest ist dann leicht.

In diesem Sinne, lassen wir uns von „One more thing“, dem Ass, das Steve Jobs am Ende immer noch im Ärmel hat, überraschen. Haben Sie auch eines?

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Mag. Michael Sicher
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Wenn es passt – aber nicht unbedingt jetzt

29. Dezember 2006

Die Schnittstelle zwischen einem alten und einem neuen Jahr, auch Silvester genannt, wird traditionell von guten Vorsätzen begleitet. Und von vielen mehr oder weniger guten Ratschlägen, wie sie im neuen Jahr eingehalten werden und Gründen warum sie doch nicht eingehalten werden. Was liegt also näher, als diese Chance zu nutzen und auch darüber zu schreiben?

Es tun doch alle. Gute Vorsätze für das neue Jahr gehören einfach dazu. Oder gehören Sie schon zu allen anderen, die sich ganz bewusst nichts mehr vornehmen? Die „Klassiker“ wie mit dem Rauchen aufzuhören, abzunehmen oder sich mehr Zeit für sich und die Familie zu nehmen sind doch durchaus legitim.

Um heraus zu finden, was aus Vorsätzen so wird, sind vielleicht ihre Definitionen aus der Juristerei hilfreich. Ist Ihr „Vorsatz“ gar nur eine Absicht etwas herbei zu führen? Oder schon eher ein direkter Vorsatz, bei dem Sie wissen, dass Ihr Handeln zur Verwirklichung führt?

Genau der Unterschied zwischen (r)einer Absicht und einem direkten Vorsatz ist bei vielen guten Vorsätzen der Knackpunkt. Dem gewünschten Ergebnis wird zwar viel Aufmerksamkeit geschenkt, nur selten werden jedoch die Handlungen beachtet, die das Ergebnis wirklich herbeiführen. Dann ist es so wie bei den drei Fröschen, die auf einem Stück Holz auf einem Fluss einem Wasserfall entgegen treiben. Nur einer davon entscheidet sich zu springen. Wer diese Geschichte kennt weiß, dass danach immer noch drei Frösche auf dem Holz sitzen, denn eine Entscheidung alleine ohne Handeln ist wirkungslos. Dafür kann sie aber immer wieder von neuem (um-)entschieden werden.

Leichter wird es, wenn für die Verwirklichung des Vorsatzes nichts Wichtiges aufgegeben werden muss. Was das Wichtige ist, gilt es heraus zu finden. Das ist zwar oft nicht offensichtlich, hilft aber ungemein. Möchte beispielsweise jemand abnehmen, müsste sie oder er eventuell auf eine gemütliche Zeit am Abend in entspannter Atmosphäre während des Essens, oder einfach auf den Genuss des Essens selbst, verzichten. Wenn sich nun anderes findet, wie zum Beispiel Entspannung bei oder Genuss von guter Musik oder guten Büchern, verliert das Essen selbst an Wichtigkeit. Der Vorsatz der Abnahme von Gewicht fällt leichter.

Vorsätze müssen wichtig genug sein um sie jederzeit zu direkten Vorsätzen zu machen. Sind sie wichtig genug, muss man sie nicht bis zum Jahreswechsel reifen lassen. Und ist man noch nicht bereit zu einem Vorsatz kann die Zeit für die Entdeckung des Wichtigen genutzt werden um es sich dann leichter zu machen.

Prosit 2007!

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Mag. Michael Sicher
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Smoms!?

20. Juli 2006

Reich zu sein ist schon nett. Es ist erstaunlich, was man mit Geld alles machen kann. Ich würde mich nicht ernsthaft dagegen wehren, es einmal auszukosten. Andererseits bereitet es bestimmt Kopfschmerzen, wenn man nie genug davon hat. Man muss es eben entsprechend anlegen. Aber die Steuern und die gesellschaftliche Verantwortung? Dann gibt man es aus und rutscht gleich tiefer auf der Liste der Top-Reichen. Ob das wirklich etwas mit Erfolg zu tun hat?

Manchmal habe ich den Eindruck, dass heute der Fokus mehr auf „reich“ statt auf „Erfolg“ liegt. Das wäre nicht so schlimm, wenn sich damit nicht die Bedeutung von „reich an Erfolg“ auf „reich“ im monetären Sinn verschieben und beschränken würde.

Aber wann ist jemand erfolgreich? Wenn jemand die beste Suite eines Fünf-Sterne-Hotels bewohnt, seinen Appetit so lange zügeln muss, bis Biochemiker sein Essen freigegeben haben und hunderte Sicherheitskräfte benötigt um eine Stadt zu besuchen, während Einwohner vor ihm abgeschirmt werden? Wenn eine berufstätige Alleinerzieherin alles so toll organisiert, dass es ihren Kindern an nichts fehlt, obwohl ihr monatliches Einkommen sich gerade mal im dreistelligen Bereich bewegt? Oder, vielleicht wenn jemand unrühmliche Ereignisse der Geschichte überlebt hat und im Pensionistenheim trotzdem auf ein zufriedenes und erfülltes Leben zurückblicken und seine Urenkel daran teilhaben lassen kann?

Ich weiß es nicht. Nun ja, eigentlich doch. Wenn auch nur für mich. Und wenn man es für sich weiß, macht es bereits einen Unterschied.

Grundsätzlich ist es eine Frage der Messung des Erfolges. Schließlich ist Messen überhaupt unsagbar wichtig in unserer Gesellschaft. Aber nicht nur die Einheit will gut überlegt sein, sondern auch der Mitbewerber, dessen Erfolg man überflügeln will.

Ich selbst favorisiere die Messung meines Erfolges in Smoms und einem sympathischen Menschen gegenüber, nämlich mir selbst. Dass der Mensch an sich eher dazu tendiert, sich mit anderen Jägern und Sammlern zu vergleichen, die jene Dinge haben, die er selbst gerne hätte, scheint schon von Vorne herein wenig Erfolg versprechend zu sein. Somit wäre auch eine Erfolgsmessung über den Durchschnittseinkommensteuersatz wenig erbaulich – jedenfalls für die Meisten von uns. Somit ist der Vergleich mit einem ebenbürtigen Menschen und in Smoms ziemlich gut geeignet.

Denn mit Smoms ist das schon anders. Sie sind unvergleichlich und gehören jedem ganz persönlich. Es gibt große und kleine, präsente und vergessene. Diese Success Moments (in englischer Grammatik Versierte mögen mir hier verzeihen) werden häufig übersehen, weil man Erfolg für sich nicht wirklich definiert hat. Wonach sollte man dann auch Ausschau halten? Aber es gibt sie. Jene Momente, in denen man das Gefühl hat, etwas besonderes erreicht zu haben, glücklich und zufrieden oder einfach nur stolz auf sich und vielleicht sogar etwas dankbar dafür zu sein, dass man es bis hierher geschafft hat.

Die eigene Definition des Erfolgs dauert seine Zeit und kann sich auch ändern. Für mich bedeutet Erfolg derzeit, eine solide Basis zu haben, um mit Ideen experimentieren zu können, die es mir ermöglichen noch erfolgreicher zu werden. Einige Smoms pro Woche wären doch fein, nicht wahr?

Wenn Sie es möchten, definieren Sie Ihren Erfolg für sich selbst. Überlegen Sie sich, wem gegenüber Sie erfolgreich sein müssen – oder, vielleicht eher doch nur sein möchten? Vielleicht überrascht es Sie dann, dass es ausschließlich um Sie selbst gehen könnte. Genießen Sie Ihren Erfolg und sammeln Sie Ihre Smoms!

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Mag. Michael Sicher
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Schnelles Geld

23. März 2006

Mein Vermögen beläuft sich auf über 104 Millionen Euro. Nicht schlecht, was man aus 15 Millionen machen kann – an einem Nachmittag, beim Monopoly.

Eigentlich ist es ganz leicht: Man kaufe alles Mögliche, investiere in Appartements und Hotels und warte, bis andere sich das Verweilen auf den eigenen Grundstücken nicht mehr leisten können. Dann geht es nur noch darum, den Anderen, sobald ihnen das Geld ausgeht, ihre Grundstücke abzunehmen. Kurz gesagt, die Anderen in den Ruin zu treiben.

In diesem Zusammenhang mag es recht witzig klingen, dass die Anforderungen an die Spielerinnen und Spieler laut Wikipedia Würfeln, Zählen – und soziale Kompetenz – sind. Letzteres bezieht sich wahrscheinlich eher auf das gekonnte Verhandeln.

Natürlich macht es Spaß immer mehr zu haben. Die gute unstillbare Gier sorgt schon dafür, dass sie nicht zu kurz kommt. und, wenn man erst einmal so richtig viel besitzt, braucht man eigentlich nicht mehr viel dazu beizutragen – Geld kommt schließlich zu Geld. Wann man endlich etwas davon hat, interessiert jetzt eigentlich nicht wirklich.

Nur langsam wird es langweilig. die ersten Spielerinnen und Spieler verabschieden und unterhalten sich – über das richtige Leben, während Andere immer noch daran glauben eine Chance zu haben und doch noch, mit eher weniger Freude, mehr oder weniger verbissen, mitspielen.

Verblüffend, welche Parallelen sich zum Alltag ergeben. Haben Sie schon welche erkannt?

Wie oft werden treffen mit Freunden abgesagt, weil noch gerade eindringender Termin oder ein total wichtiges Projekt dazwischen gekommen ist? Wie viele Freunde bleiben und melden sich noch, auch wenn man sie immer wieder vertröstet, weil es nur noch wenige Wochen dauert, bis das eine Projekt abgeschlossen ist? Überrascht es sie wirklich, dass sich nichts ändert – außer vielleicht, dem ganz wichtigen Projekt?

Aber was ist am Ende, wenn das Spiel des Berufslebens gewonnen oder, schlicht zu Ende, ist? Das klingt sehr theatralisch, zugegeben. Aber fragen wird man ja noch dürfen.

Karriere machen ist eine tolle Sache – wenn man noch weiß, wie die Partnerin oder der Partner in wachem Zustand aussieht und Freunde es noch nicht aufgegeben haben, einen persönlichen Termin mit Ihnen zu bekommen. einen „Termin“ mit Freunden. Schon alleine die Verwendung dieses Begriffs, sollte Sie nachdenklich machen.

Und wenn sie sich vielleicht einmal die Frage stellen, „am i too busy for my life?“, könnten Sie versuchen, den Weltrekord des längsten Monopoly-Spiels in einer Badewanne zu brechen. Vorausgesetzt, Sie hatten die Zeit, eine Partnerin oder einen Partner zu finden, mit der oder dem das wirklich Spaß machen könnte. Nach 99 Stunden hätten Sie es dann geschafft.

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Mag. Michael Sicher
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