Archiv für die Kategorie ‘Erfolg’

Nicht ohne mein GPS

25. Juli 2009

Wenn Sie etwas mit Rädern benutzen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie auch ein Navigationssystem haben. Dank GPS weiß es immer wo Sie sind, wohin Sie wollen und wo Sie waren. Aber wie bewusst ist Ihnen selbst Ihr Weg?

Ich persönlich halte mich gerne an den Spruch: „Das schöne an der Vergangenheit ist, dass sie vorbei ist. Das schöne an der Gegenwart ist, dass sie ein Geschenk ist. Und das schöne an der Zukunft ist, dass sie noch kommt.“

Wenn wir Geschenke erhalten, die wir als sehr schön empfinden und uns wirklich Freunde machen – also nicht jene, die nach diversen Konsumräuschen aus Höflichkeit oder Verpflichtung gedankenlos überreicht wurden und am Tag danach die Zugriffe auf eBay in die Höhe treiben -, empfinden wir dafür Dankbarkeit, die oft rasch in Vergessenheit gerät.

Im Moment – weil Wirtschaftskrise – ist es wieder sehr modern alles an das Universum zu delegieren. Sich vom Traumprinzen über Lottosechser diverses zu bestellen und einfach abzuwarten bis die Geschenke eintreffen. Es mag sein, dass „etwas“ zu all unseren Geschenken beiträgt, aber den Großteil tragen wir selbst mit unseren Einstellungen, Werten und Handlungen gegenüber anderen dazu bei.

Deshalb erhalten wir auf unserem Weg Begegnungen, Erlebnisse, Dinge für die wir dankbar sein können, werden von anderen gelobt und auf unsere, uns manchmal gar nicht (so) bewussten, besonderen Eigenschaften hingewiesen und haben kleine und große Erfolge in unserem Leben.

Um diese große Kraft und Energie, die uns durch die Erinnerung daran zu Verfügung steht, für die nächsten Schritte oder in herausfordernden Zeiten zu nutzen, empfehle ich meinen Klientinnen und Klienten ein GPS-Log anzulegen:

G wie Gratitude – Dankbarkeit: Studien*) haben gezeigt, dass man durch festhalten unserer Dankbarkeit glücklicher (und weniger deprimiert) ist. Notieren Sie also einmal pro Woche, oder wenn Ihnen spontan etwas einfällt, in Ihrem GPS-Log wofür Sie dankbar sind. Beginnen Sie einfach mit der Überschrift „Ich bin dankbar…“ und nennen Sie möglichst konkrete Personen, Erlebnisse, Begegnungen, Dinge.

P wie Praise – Lob: Lob ist wie ein Schatz, man findet es selten und es ist sehr wertvoll. Es führt uns Dinge vor Augen, die wir oft an uns selbst nicht erkennen und doch für andere so offensichtlich an uns vorhanden sind. Achten Sie darauf, ob Sie vielleicht bereits jetzt mehr Lob erhalten als Ihnen bewusst ist, und ob Sie es auch tatsächlich nehmen können. Eine erste gute Möglichkeit Einträge für Ihr GPS-Log zu sammeln ist es, Ihren besten Freunden (vielleicht per E-Mail) die Frage zu stellen: „Was weißt du über mich, dass ich selbst nicht sehe oder mir selbst nicht bewusst ist?“

S wie Success – Erfolg: Erfolg ist schön. Obwohl man erst heraus finden muss, was Erfolg eigentlich für einen persönlich bedeutet, so kennt jeder das Gefühl etwas geschafft, etwas erreicht zu haben. Dennoch werden Erfolge manchmal zu wenig gewürdigt. Stolz auf etwas zu sein ist nicht immer einfach. Beginnen Sie damit Ihre Erfolge in Ihr GPS-Log einzutragen. Vom kleinsten, wie den ersten Schritt für etwas gemacht zu haben, bis zum geilsten, für den Sie sogar Ihre besten Freunde um drei Uhr früh anrufen würden, nur um Ihnen davon erzählen zu können.

Ich wünsche Ihnen ein gefülltes GPS-Log und einen erfüllten Weg!


*) Emmons, R. A., & McCullough, M. E. (2003), Seligman, Martin E. P.; Steen, Tracy A.; Park, Nansook; Peterson, Christopher (2005)

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Mag. Michael Sicher, MSc [Coach Wien]
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Wenn jemand motiviert ist, dann The Boss

7. Juli 2009

Demotivierende Arbeit, keine Freude im Beruf. Das sind „Klassiker“ im Coaching. Motivationstrainings gibt es ungefähr 1,1millionen mal auf Google. Aber das beste, das ich je gesehen habe war am Sonntag im Ernst-Happel-Stadion: Bruce Springsteen – The Boss

Wahrscheinlich zähle ich zu der verschwinden geringen Minderheit, oder war gar der Einzige im Stadion, der die meisten Songs nicht einmal kannte. Aber was es heißt motiviert zu sein und seine Arbeit mit Freude und Enthusiasmus zu machen, konnte jeder erkennen.

Bruce Springsteen lebt für Musik. So intensiv, dass es ansteckend ist und sich schnell auf (mindestens) 40.000 Menschen überträgt. Er hat keine Standardshow einstudiert, kann aus seiner Erfahrung und Leidenschaft heraus einfach und jederzeit auf Publikumswünsche reagieren und frei improvisieren. Er braucht keine durchgestylte Bühnenshow, die vom Wesentlichen, oder wie bei anderen vielleicht sogar von Mittelmäßigkeit, ablenkt. The Boss gibt mehr als man erwartet und ist derart in Fahrt, dass er gar nicht aufhören kann: „I can´t stop now!“. Drei Stunden „Seminar“ über die Bedeutung von motiviert-sein in Reinkultur.

Wie motiviert sind Sie bei Ihrem Job? Wie motiviert im Vergleich zu Ihrem liebsten Hobbby? Natürlich leben wir in einer Gesellschaft, in der die meisten arbeiten müssen um Grundbedürfnisse erfüllen zu können. Also kurz gesagt: Es geht ums liebe Geld.

Wenn jemand sich im Job nicht entfalten kann und keine Motivation mehr hat, stellt sich meist die Frage, ob es nicht die Möglichkeit gibt, irgendetwas ander(e)s zu tun um Geld zu verdienen. Etwas, das man aus Überzeugung und mit Freude machen kann – und trotzdem Geld dafür bekommt. Das spannende daran ist, dass es durchaus mehr werden kann, da man etwas tut worin man wirklich gut ist. Nur muss man dazu seine Faszination über Geld stellen – wenn man auch manchmal zuerst dafür sorgen muss, dass man sich das kurzfristig leisten kann.

Träumen Sie doch einfach einmal davon, was Ihr Ding wäre, Ihre Leidenschaft, Ihre Motivation – die Bewegung hin auf ein wirklich geniales Ziel! Sie müssen nicht gleich aussteigen, aber testen Sie unverbindlich was es wäre, bei dem Sie einfach nicht aufhören können. Nicht, weil es von Ihnen erwartet wird, sondern, weil Sie nicht anders können.

Wobei funkeln Ihre Augen und springt der Funke Ihrer Begeisterung auf andere über?

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Sind SMARTe Ziele gescheit?

25. Juni 2009

Ihre Ziele sind Spezifisch, Messbar, Angemessen, Realistisch und Terminiert. Aber jetzt einmal ehrlich und unter uns: Wie viele dieser ganz klaren und konkreten Ziele haben Sie wirklich erreicht?

Welche dieser Eigenschaften, vermuten Sie, bremst Sie aus?

Finden wir es mit einem SMARTen Ziel heraus:

Angenommen, Sie suchen einen neuen Job. So wäre das Ziel zum Beispiel: (S) Ich möchte einen Job als Teamleiter, der mir Euro 4.000 im Monat bringt, dazu suche ich über Zeitungesinserate und Internet-Portale, erstelle eine professionelle Bewerbungsmappe und telefoniere nach. (M) Ich schreibe täglich drei Bewerbungen. (A) Für jede zehnte Bewerbung werde ich wahrscheinlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. (R) Meine Gehaltsvorstellungen entsprechen dem Markt, meine Qualifikation wird nachgefragt. (T) Ab 1. September habe ich meinen neuen Job.

Klingt doch gut, oder? Und so realistisch. Aber wie viel Kraft hat es?

Was halten Sie von folgender Variante?

Im Herbst habe ich meinen Traumjob! Ich leite ein Team von kreativen Köpfen, für die Arbeit und Spass keine Widersprüche sind. Mein Arbeitsplatz ist dort, wo ich schon immer Leben wollte und mein Büro… Alle Details und Annehmlichkeiten möchte ich gar nicht verraten! Mein Gehalt ist unanständig hoch, aber ich habe trotzdem Zeit, es mehr oder weniger sinnvoll auszugeben. Mein Team zählt zu den besten im Unternehmen und Top-Führungskräfte kommen schon mal zu mir um mich nach meiner Meinung zu fragen. Habe ich schon erwähnt, wie genial ich zu diesem Job gekommen bin?

Auch, wenn Sie Ihr eigenes Ziel selbst natürlich viel unrealistischer und mit viel mehr Emotion phantasieren können, merken Sie wahrscheinlich schon den Unterschied. Für ein geiles Ziel, geben Sie viel mehr…

Und jetzt?

Schreiben Sie Risiken auf, die Sie tatsächlich eingehen müssten um das Ziel zu erreichen. Seien Sie kreativ, wie beim Ziel selbst und legen Sie sich einen Plan zurecht um jedes dieser Risiken zu meistern. Überlegen Sie, welche Dinge Sie für Ihr Ziel tun müssten, die Sie wirklich nicht tun möchten, weil sie jenseits Ihrer Komfortzone liegen. Planen Sie trotzdem ein genaues Vorgehen für jeden Punkt.

Ist es wirklich wahr, dass Sie für unrealistische Ziele keine Motivation aufbringen? Oder ist das Gegenteil der Fall? Wobei werden Sie mehr dahinter sein?

Probieren Sie es aus!

UND realisieren Sie eines der für Ihr Ziel geplanten riskanten oder unangenehmen Dinge SOFORT!

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Buchtipp: One Small Step Can Change Your Life: The Kaizen Way

5. März 2009

One Small Step Can Change Your Life: The Kaizen Way

One Small Step Can Change Your Life: The Kaizen Way von Robert Maurer, Ph.D., ist ein Buch, das es einem schwer macht eine Ausrede zu finden, es nicht in seinem Leben anzuwenden um es besser zu machen.

Bei Kaizen geht es um Verbesserung oder das Erreichen von Zielen durch klein(st)e Schritte. Maurer beschreibt sie aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in einzelnen Kapiteln und anhand vieler praktischer Beispiele:

„Ask Small Questions“ widmet sich Fragen zur gewünschten, oder notwendigen, Veränderung, die so formuliert sind, dass sie keine Angst vor der Veränderung auslösen und täglich leicht zu beantworten sind. Es geht nicht darum zu fragen: „Wie komme ich zu meinem Traumjob?“, sondern zum Beispiel: „Was ist eine Eigenschaft eines Jobs, der mich total begeistert und mir Spaß macht?“

„Think Small Thoughts“ beschäftigt sich damit, kleine Veränderungen durch die geistige Vorstellung mit all unseren Sinnen für nur wenige Sekunden am Tag zu erleben, als würden wir sie bereits in der Realität durchführen. Wenn wir in unserer Vorstellung dann weiter machen und uns eine positive Reaktion darauf vorstellen sind wir bereit für den nächsten Schritt, der Vorstellung einer negativen Reaktion. Erst wenn wir auch damit mit Leichtigkeit umgehen können, geht es an die Umsetzung.

„Take Small Actions“ zeigt, wie wir winzige Schritte konstruieren können, die uns eventuell sogar als lächerlich erscheinen mögen, aber uns gerade deswegen wirklich zum Ziel führen. Um beispielsweise zum Traumjob zu kommen, könnte ein erster winziger Schritt sein, pro Tag nur ein Inserat zu lesen. Keine Angst, Eigendynamik stellt sich dann schnell ein. ;-)

„Solve Small Problems“ zeigt auf, dass sich größere Probleme oft schon durch sehr kleine Anzeichen ankündigen und wir diesen bereits unsere Aufmerksamkeit schenken sollen.

„Bestow Small Rewards“ regt dazu an, sich oder andere mit Kleinigkeiten zu belohnen und dass große Belohnungen nicht zielführend sind. Wie wäre es mit einem kleinen Kompliment – auch für sich selbst? Jetzt!

„Identify Small Moments“ zeigt schließlich nette Beispiele von kleinen Momenten im Leben, die zu sehr große Dinge hervorgebracht haben und lädt ein, auch Kleinigkeiten unsere Aufmerksamkeiit zu schenken. Edwin Land war zum Beispiel jemand, der es tat.

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Höflichkeit durch Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. Aber kein Zeitmanagement.

26. Juli 2008

Ausführlich über Höflichkeit, Verlässlichkeit und Pünktlichkeit zu schreiben ist auf den zweiten Blick gar nicht so einfach. Alle drei lassen sich nämlich ganz einfach auf Eines zusammenfassen: Respekt. Was bleibt ist Zeit.

Umgangsformen, die Höflichkeit zum Ausdruck bringen, sind im Geschäftsleben unerlässlich. Vom Bewerbungsgespräch über Vertragsverhandlungen bis hin zu Präsentationen vor dem Vorstand. Viele dieser Verhaltensregeln, beginnend mit dem „Bitte-“ und „Danke-Sagen“, wurden uns bereits in unserer Kindheit beigebracht. Wir können sie spätestens seit 1957 in Elmayers „Gutes Benehmen wieder gefragt“ nachlesen. Oder in unterschiedlichsten Seminaren zur „Business-Etikette“ und zu „Karrierefördernden Umgangsformen“, meist sogar länder- und kulturspezifisch, aneignen und antrainieren. Doch geht es bei Höflichkeit wirklich ausschließlich darum?

Höflichkeit ist vielmehr eine Einstellung zu – und ein respektvoller Umgang mit sich selbst. Und vor allem gegenüber und mit anderen Menschen. Leider beginnt hier manchmal schon eine Diversifizierung zwischen Menschen. Es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie manche Menschen im Geschäftsleben Höflichkeit darüber definieren, mit wem sie es zu tun haben. Kennen Sie auch Kolleginnen und Kollegen oder Führungskräfte, die, formulieren wir es einmal so, abhängig von der Richtung in die sie kommunizieren, mehr oder weniger höflich sein können?

Ähnlich scheint es mit Verlässlichkeit zu sein. Können Sie sich im gleichen Masse auf Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auf Ihre Vorgesetzten verlassen? Gerade hier kommen ganz besonders unser eigenen Werte und Überzeugungen ins Spiel. Daher hilft es uns sehr zu wissen, was uns am wichtigsten ist und uns antreibt. Wo liegen beispielsweise Ihre Prioritäten bei der Vorbereitung eines Meetings in letzter Minute? Bei einer perfekten Vorbereitung, bei der Familie oder bei etwas ganz anderem?

Viel spannender ist jedoch in diesen Fällen die Frage, ob wir jemanden oder etwas erlauben, unsere Werte (kurzfristig) umzuordnen. Oder ob wir es selbst und bewusst tun, um Unvorhergesehenes zu bewältigen. Denn jeder hat schon die Erfahrung gemacht, dass es eben manchmal „nicht anders geht“. Die Betonung sollte jedoch dabei ausdrücklich auf „manchmal“ liegen. Viel zu oft schleicht sich dieses „es geht nicht anders“ in unseren Alltag ein und wird zur Gewohnheit. Wenn Sie sich dessen bewusst sind und sich die Fragen nach den Werten anderer stellen, fällt es Ihnen leichter abzuschätzen, wie sehr Sie sich auf andere verlassen können. Zum Beispiel um Pufferzeiten einzuplanen, wenn Sie Dinge von anderen benötigen, um Ihre Aufgaben selbst pünktlich abzuschließen.

Damit schließt sich zwar der Kreis von Höflichkeit, Verlässlichkeit und Pünktlichkeit. Aber wie managen Sie eigentlich Ihre Zeit, um Ihre eigene Pünktlichkeit zu gewährleisten? Welche Zeitmanagement-Techniken verwenden Sie bereits?

Viele meiner Klientinnen und Klienten sind im Laufe der Beantwortung dieser Fragen erstaunt und überrascht, wenn ihnen dabei bewusst wird, dass sich ihre Zeit gar nicht managen lässt. Obwohl uns das zahlreiche Bücher und Seminare immer noch verkaufen möchten. Das Gerücht hält sich vehement.

Zeit vergeht, verrinnt, verstreicht. Aber managen lässt sie sich nicht. Daher liegt es an uns, die Zeit möglichst gut zu nutzen. Es geht um unsere Zeitkompetenz.

Meist beginnt man sich über „Zeitmanagement“ Gedanken zu machen, wenn für so viel zu tun, nur mehr so wenig Zeit übrig ist. Dann müssen rasch Methoden und Werkzeuge her, die aus immer wieder neuen Generationen des Zeitmanagements entstehen. Das Problem dabei ist jedoch, dass nicht alle Menschen gerne mit Listen oder Prioritäten arbeiten. Es wird immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Integration dieser Techniken in den Alltag manchmal nur von kurzer Dauer ist und der gewünschte Nutzen ausbleibt.

Beim Entwickeln der eigenen Zeitkompetenz geht es vorerst darum, sich über seine Bedürfnisse und langfristigen Ziele klar zu werden: Was ist Ihnen wichtig? Was wollen Sie erreichen?

Die Beantwortung muss nicht gleich eine Reise zu sich selbst oder zur Entdeckung des Sinn des Lebens werden. Sondern soll Raum schaffen, um eine Ausrichtung zu finden. Wenn Sie sich darüber klar sind, werden Sie Ihre Termine klarer ausrichten. Sie können Ihre Pünktlichkeit genießen, weil Sie sich bewusst Zeit für die Vorbereitung nehmen und Wartezeiten effizient nutzen. Sollten Sie dann doch einmal und nicht aufgrund äußerer Umstände unpünktlich sein, können Sie sich immer noch die Frage stellen: Was war mir wichtiger?

Wenn Sie Ihre Richtung kennen, können Sie die vier Quadranten von Stephen Covey nutzen und Ihre Zeit nach wichtigen/dringenden, wichtigen/nicht dringenden sowie nicht wichtigen/dringenden, nicht wichtigen/nicht dringenden Tätigkeiten organisieren.

Aber haben Sie schon daran gedacht, Ihre Aufgaben danach zu gruppieren, ob Sie Ihnen Spaß machen oder nicht. Ob Sie diese machen möchten oder machen müssen?

Die Herausforderung besteht nun darin, Dinge, die Sie erledigen müssen, Ihnen aber keinen Spaß machen, für Sie attraktiver zu gestalten. Sie können dazu beispielsweise Verbindungen zu den für Sie wichtigen Dingen herstellen. Diese mit anderem kombinieren, das Ihnen Spaß macht. Oder Ihren Tagesablauf so organisieren, dass Sie sich Energie dafür aus Tätigkeiten holen, die Sie tun möchten und einen gewissen Spaßfaktor für Sie haben. Experimentieren Sie damit und finden Sie heraus, welche die beste Reihenfolge für Sie ist? Wie viel Raum Sie Spontaneität geben können. Und ob Sie Ihre Arbeitsumgebung für besondere und herausfordernde Tätigkeiten attraktiver gestalten können.

Die Erfahrungen und Feedbacks zeigen, dass schon alleine durch die Beschäftigung damit einiges in Bewegung kommt und daraus eine besondere Qualität der Zeitkompetenz entsteht. Überrascht es Sie jetzt noch, dass Ihre (Lebens-) Zeit sehr viel mit Höflichkeit und Verlässlichkeit zu Ihnen selbst zu tun hat?

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So tun als ob?

1. Dezember 2007

Können Sie sich manipulieren lassen? Das „komische Gefühl“ bei oder kurz nach einem Gespräch ist manchmal schwer zu definieren, irgendetwas war dabei nicht „rund“. Dann kann es durchaus sein, dass Ihr Gegenüber in einem NLP-Crashkurs war und nicht verstanden hat, worum es dabei eigentlich ging.

Im Coaching geht es darum, von einem aktuellen zu einem gewünschten Zustand zu kommen. Dafür ist es oft nützlich, so zu tun, als hätte man sein angestrebtes Ziel bereits erreicht. So können Sie herausfinden, ob Ihr gewünschter Zustand, Ihr Ziel also wirklich erreicht zu haben, überhaupt wirklich so erstrebenswert ist. Erst dann können Sie sich voll auf Ihren Weg dahin konzentrieren. Ein durchwegs sinnvolles und positives So-tun-als-ob.

Spannend ist jedoch die Frage, ob NLP, das Neuro Linguistische Programmieren, dazu missbraucht werden kann, Sie zu manipulieren. NLP, das häufig umständlich und unverständlich „erklärt“ wird, ist im Grunde einfach ein Werkzeug, um die Kommunikation mit anderen und mit sich selbst zu verbessern.

Setzt jemand NLP zur Manipulation ein, ist es wie ein So-tun-als-ob. Nämlich so zu tun, als ob man Ihnen aufrichtiges Interesse entgegenbrächte, so tun, als ob man Sie wirklich verstehe, so tun als ob man Sie unterstützen möchte, so tun als ob … Genau deshalb werden Sie mit ein wenig Gespür – wenn auch zugegeben manchmal nicht sofort – bemerken, wie aufgesetzt (wie hinter einer Maske) und plump jemand mit Ihnen spricht, wenn er sich auffällig genau so bewegt wie Sie, dass es schon peinlich ist. Oder Ihnen aus heiterem Himmel vorschwärmt, wie schön Ihre Schuhe sind, damit Sie hinunter sehen, mehr auf Ihre Gefühle achten und die Botschaft schön brav schlucken.

So tun, als ob ist also für sich selbst eine sehr gute Möglichkeit, die eigenen Ziele zu checken. Und es ist ungemein spannend herauszufinden, ob ein Gegenüber sich wirklich kongruent verhält oder eben nur so tut, als ob.

An welche Situationen denken Sie jetzt wohl gerade?

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Mag. Michael Sicher
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Smoms!?

20. Juli 2006

Reich zu sein ist schon nett. Es ist erstaunlich, was man mit Geld alles machen kann. Ich würde mich nicht ernsthaft dagegen wehren, es einmal auszukosten. Andererseits bereitet es bestimmt Kopfschmerzen, wenn man nie genug davon hat. Man muss es eben entsprechend anlegen. Aber die Steuern und die gesellschaftliche Verantwortung? Dann gibt man es aus und rutscht gleich tiefer auf der Liste der Top-Reichen. Ob das wirklich etwas mit Erfolg zu tun hat?

Manchmal habe ich den Eindruck, dass heute der Fokus mehr auf „reich“ statt auf „Erfolg“ liegt. Das wäre nicht so schlimm, wenn sich damit nicht die Bedeutung von „reich an Erfolg“ auf „reich“ im monetären Sinn verschieben und beschränken würde.

Aber wann ist jemand erfolgreich? Wenn jemand die beste Suite eines Fünf-Sterne-Hotels bewohnt, seinen Appetit so lange zügeln muss, bis Biochemiker sein Essen freigegeben haben und hunderte Sicherheitskräfte benötigt um eine Stadt zu besuchen, während Einwohner vor ihm abgeschirmt werden? Wenn eine berufstätige Alleinerzieherin alles so toll organisiert, dass es ihren Kindern an nichts fehlt, obwohl ihr monatliches Einkommen sich gerade mal im dreistelligen Bereich bewegt? Oder, vielleicht wenn jemand unrühmliche Ereignisse der Geschichte überlebt hat und im Pensionistenheim trotzdem auf ein zufriedenes und erfülltes Leben zurückblicken und seine Urenkel daran teilhaben lassen kann?

Ich weiß es nicht. Nun ja, eigentlich doch. Wenn auch nur für mich. Und wenn man es für sich weiß, macht es bereits einen Unterschied.

Grundsätzlich ist es eine Frage der Messung des Erfolges. Schließlich ist Messen überhaupt unsagbar wichtig in unserer Gesellschaft. Aber nicht nur die Einheit will gut überlegt sein, sondern auch der Mitbewerber, dessen Erfolg man überflügeln will.

Ich selbst favorisiere die Messung meines Erfolges in Smoms und einem sympathischen Menschen gegenüber, nämlich mir selbst. Dass der Mensch an sich eher dazu tendiert, sich mit anderen Jägern und Sammlern zu vergleichen, die jene Dinge haben, die er selbst gerne hätte, scheint schon von Vorne herein wenig Erfolg versprechend zu sein. Somit wäre auch eine Erfolgsmessung über den Durchschnittseinkommensteuersatz wenig erbaulich – jedenfalls für die Meisten von uns. Somit ist der Vergleich mit einem ebenbürtigen Menschen und in Smoms ziemlich gut geeignet.

Denn mit Smoms ist das schon anders. Sie sind unvergleichlich und gehören jedem ganz persönlich. Es gibt große und kleine, präsente und vergessene. Diese Success Moments (in englischer Grammatik Versierte mögen mir hier verzeihen) werden häufig übersehen, weil man Erfolg für sich nicht wirklich definiert hat. Wonach sollte man dann auch Ausschau halten? Aber es gibt sie. Jene Momente, in denen man das Gefühl hat, etwas besonderes erreicht zu haben, glücklich und zufrieden oder einfach nur stolz auf sich und vielleicht sogar etwas dankbar dafür zu sein, dass man es bis hierher geschafft hat.

Die eigene Definition des Erfolgs dauert seine Zeit und kann sich auch ändern. Für mich bedeutet Erfolg derzeit, eine solide Basis zu haben, um mit Ideen experimentieren zu können, die es mir ermöglichen noch erfolgreicher zu werden. Einige Smoms pro Woche wären doch fein, nicht wahr?

Wenn Sie es möchten, definieren Sie Ihren Erfolg für sich selbst. Überlegen Sie sich, wem gegenüber Sie erfolgreich sein müssen – oder, vielleicht eher doch nur sein möchten? Vielleicht überrascht es Sie dann, dass es ausschließlich um Sie selbst gehen könnte. Genießen Sie Ihren Erfolg und sammeln Sie Ihre Smoms!

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Schnelles Geld

23. März 2006

Mein Vermögen beläuft sich auf über 104 Millionen Euro. Nicht schlecht, was man aus 15 Millionen machen kann – an einem Nachmittag, beim Monopoly.

Eigentlich ist es ganz leicht: Man kaufe alles Mögliche, investiere in Appartements und Hotels und warte, bis andere sich das Verweilen auf den eigenen Grundstücken nicht mehr leisten können. Dann geht es nur noch darum, den Anderen, sobald ihnen das Geld ausgeht, ihre Grundstücke abzunehmen. Kurz gesagt, die Anderen in den Ruin zu treiben.

In diesem Zusammenhang mag es recht witzig klingen, dass die Anforderungen an die Spielerinnen und Spieler laut Wikipedia Würfeln, Zählen – und soziale Kompetenz – sind. Letzteres bezieht sich wahrscheinlich eher auf das gekonnte Verhandeln.

Natürlich macht es Spaß immer mehr zu haben. Die gute unstillbare Gier sorgt schon dafür, dass sie nicht zu kurz kommt. und, wenn man erst einmal so richtig viel besitzt, braucht man eigentlich nicht mehr viel dazu beizutragen – Geld kommt schließlich zu Geld. Wann man endlich etwas davon hat, interessiert jetzt eigentlich nicht wirklich.

Nur langsam wird es langweilig. die ersten Spielerinnen und Spieler verabschieden und unterhalten sich – über das richtige Leben, während Andere immer noch daran glauben eine Chance zu haben und doch noch, mit eher weniger Freude, mehr oder weniger verbissen, mitspielen.

Verblüffend, welche Parallelen sich zum Alltag ergeben. Haben Sie schon welche erkannt?

Wie oft werden treffen mit Freunden abgesagt, weil noch gerade eindringender Termin oder ein total wichtiges Projekt dazwischen gekommen ist? Wie viele Freunde bleiben und melden sich noch, auch wenn man sie immer wieder vertröstet, weil es nur noch wenige Wochen dauert, bis das eine Projekt abgeschlossen ist? Überrascht es sie wirklich, dass sich nichts ändert – außer vielleicht, dem ganz wichtigen Projekt?

Aber was ist am Ende, wenn das Spiel des Berufslebens gewonnen oder, schlicht zu Ende, ist? Das klingt sehr theatralisch, zugegeben. Aber fragen wird man ja noch dürfen.

Karriere machen ist eine tolle Sache – wenn man noch weiß, wie die Partnerin oder der Partner in wachem Zustand aussieht und Freunde es noch nicht aufgegeben haben, einen persönlichen Termin mit Ihnen zu bekommen. einen „Termin“ mit Freunden. Schon alleine die Verwendung dieses Begriffs, sollte Sie nachdenklich machen.

Und wenn sie sich vielleicht einmal die Frage stellen, „am i too busy for my life?“, könnten Sie versuchen, den Weltrekord des längsten Monopoly-Spiels in einer Badewanne zu brechen. Vorausgesetzt, Sie hatten die Zeit, eine Partnerin oder einen Partner zu finden, mit der oder dem das wirklich Spaß machen könnte. Nach 99 Stunden hätten Sie es dann geschafft.

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