Archiv für die Kategorie ‘Leben’

Nicht ohne mein GPS

25. Juli 2009

Wenn Sie etwas mit Rädern benutzen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie auch ein Navigationssystem haben. Dank GPS weiß es immer wo Sie sind, wohin Sie wollen und wo Sie waren. Aber wie bewusst ist Ihnen selbst Ihr Weg?

Ich persönlich halte mich gerne an den Spruch: „Das schöne an der Vergangenheit ist, dass sie vorbei ist. Das schöne an der Gegenwart ist, dass sie ein Geschenk ist. Und das schöne an der Zukunft ist, dass sie noch kommt.“

Wenn wir Geschenke erhalten, die wir als sehr schön empfinden und uns wirklich Freunde machen – also nicht jene, die nach diversen Konsumräuschen aus Höflichkeit oder Verpflichtung gedankenlos überreicht wurden und am Tag danach die Zugriffe auf eBay in die Höhe treiben -, empfinden wir dafür Dankbarkeit, die oft rasch in Vergessenheit gerät.

Im Moment – weil Wirtschaftskrise – ist es wieder sehr modern alles an das Universum zu delegieren. Sich vom Traumprinzen über Lottosechser diverses zu bestellen und einfach abzuwarten bis die Geschenke eintreffen. Es mag sein, dass „etwas“ zu all unseren Geschenken beiträgt, aber den Großteil tragen wir selbst mit unseren Einstellungen, Werten und Handlungen gegenüber anderen dazu bei.

Deshalb erhalten wir auf unserem Weg Begegnungen, Erlebnisse, Dinge für die wir dankbar sein können, werden von anderen gelobt und auf unsere, uns manchmal gar nicht (so) bewussten, besonderen Eigenschaften hingewiesen und haben kleine und große Erfolge in unserem Leben.

Um diese große Kraft und Energie, die uns durch die Erinnerung daran zu Verfügung steht, für die nächsten Schritte oder in herausfordernden Zeiten zu nutzen, empfehle ich meinen Klientinnen und Klienten ein GPS-Log anzulegen:

G wie Gratitude – Dankbarkeit: Studien*) haben gezeigt, dass man durch festhalten unserer Dankbarkeit glücklicher (und weniger deprimiert) ist. Notieren Sie also einmal pro Woche, oder wenn Ihnen spontan etwas einfällt, in Ihrem GPS-Log wofür Sie dankbar sind. Beginnen Sie einfach mit der Überschrift „Ich bin dankbar…“ und nennen Sie möglichst konkrete Personen, Erlebnisse, Begegnungen, Dinge.

P wie Praise – Lob: Lob ist wie ein Schatz, man findet es selten und es ist sehr wertvoll. Es führt uns Dinge vor Augen, die wir oft an uns selbst nicht erkennen und doch für andere so offensichtlich an uns vorhanden sind. Achten Sie darauf, ob Sie vielleicht bereits jetzt mehr Lob erhalten als Ihnen bewusst ist, und ob Sie es auch tatsächlich nehmen können. Eine erste gute Möglichkeit Einträge für Ihr GPS-Log zu sammeln ist es, Ihren besten Freunden (vielleicht per E-Mail) die Frage zu stellen: „Was weißt du über mich, dass ich selbst nicht sehe oder mir selbst nicht bewusst ist?“

S wie Success – Erfolg: Erfolg ist schön. Obwohl man erst heraus finden muss, was Erfolg eigentlich für einen persönlich bedeutet, so kennt jeder das Gefühl etwas geschafft, etwas erreicht zu haben. Dennoch werden Erfolge manchmal zu wenig gewürdigt. Stolz auf etwas zu sein ist nicht immer einfach. Beginnen Sie damit Ihre Erfolge in Ihr GPS-Log einzutragen. Vom kleinsten, wie den ersten Schritt für etwas gemacht zu haben, bis zum geilsten, für den Sie sogar Ihre besten Freunde um drei Uhr früh anrufen würden, nur um Ihnen davon erzählen zu können.

Ich wünsche Ihnen ein gefülltes GPS-Log und einen erfüllten Weg!


*) Emmons, R. A., & McCullough, M. E. (2003), Seligman, Martin E. P.; Steen, Tracy A.; Park, Nansook; Peterson, Christopher (2005)

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Mag. Michael Sicher, MSc [Coach Wien]
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One more thing

8. Januar 2007

Morgen Abend ist es wieder so weit. Die ganze Apple-Fan-Gemeinde und Analysten blicken auf die Key Note von Apple´s CEO Steve Jobs auf der MacWorld in San Francisco. Die Gerüchteküche brodelt wieder wie nie zuvor. Lassen Sie sich davon anstecken.

„Die ersten 30 Jahre waren nur der Anfang. Willkommen im Jahr 2007.“ Es wird deutlich, dass Apple noch sehr viel vor hat. Schließlich können auf 30 Jahre Erfahrungen und Fehler zurück geblickt werden. Neue Produkte sind immer innovativ und am Puls der Zeit. Die Fan-Gemeinde sprudelt nur so über von Spekulationen über neue Produkte und spiegelt damit Apple sehr gut die Kundenwünsche wieder. Die Kunst liegt nur mehr darin seinen Enthusiasmus auszuleben und die Erwartungen zu übertreffen. Ein Gewinn für alle Beteiligten.

Ich denke, diese Strategie lässt sich auch auf eigene Bereiche anwenden. Wenn man sich nur damit beschäftigt, was das Beste der vergangenen Jahre war und was man in ähnlichen Situationen besser machen würde. Wenn man aufmerksam Kunden und Mitarbeitern zu hört und für Verbesserungsvorschläge hellhörig ist. Wenn man seinen Enthusiasmus für seine Aufgaben wieder spürt und man schließlich das Bisschen mehr macht als notwendig ist.

Wie wäre es, wenn diese „wenn“ nicht wären? Wenn Sie der Gedanke reizt, nehmen Sie sich Zeit für die Beantwortung der ersten Frage nach dem Ihrem Besten. Finden Sie das Beste, könnte sich der Enthusiasmus rasch einstellen und der Rest ist dann leicht.

In diesem Sinne, lassen wir uns von „One more thing“, dem Ass, das Steve Jobs am Ende immer noch im Ärmel hat, überraschen. Haben Sie auch eines?

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Mag. Michael Sicher
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Wenn es passt – aber nicht unbedingt jetzt

29. Dezember 2006

Die Schnittstelle zwischen einem alten und einem neuen Jahr, auch Silvester genannt, wird traditionell von guten Vorsätzen begleitet. Und von vielen mehr oder weniger guten Ratschlägen, wie sie im neuen Jahr eingehalten werden und Gründen warum sie doch nicht eingehalten werden. Was liegt also näher, als diese Chance zu nutzen und auch darüber zu schreiben?

Es tun doch alle. Gute Vorsätze für das neue Jahr gehören einfach dazu. Oder gehören Sie schon zu allen anderen, die sich ganz bewusst nichts mehr vornehmen? Die „Klassiker“ wie mit dem Rauchen aufzuhören, abzunehmen oder sich mehr Zeit für sich und die Familie zu nehmen sind doch durchaus legitim.

Um heraus zu finden, was aus Vorsätzen so wird, sind vielleicht ihre Definitionen aus der Juristerei hilfreich. Ist Ihr „Vorsatz“ gar nur eine Absicht etwas herbei zu führen? Oder schon eher ein direkter Vorsatz, bei dem Sie wissen, dass Ihr Handeln zur Verwirklichung führt?

Genau der Unterschied zwischen (r)einer Absicht und einem direkten Vorsatz ist bei vielen guten Vorsätzen der Knackpunkt. Dem gewünschten Ergebnis wird zwar viel Aufmerksamkeit geschenkt, nur selten werden jedoch die Handlungen beachtet, die das Ergebnis wirklich herbeiführen. Dann ist es so wie bei den drei Fröschen, die auf einem Stück Holz auf einem Fluss einem Wasserfall entgegen treiben. Nur einer davon entscheidet sich zu springen. Wer diese Geschichte kennt weiß, dass danach immer noch drei Frösche auf dem Holz sitzen, denn eine Entscheidung alleine ohne Handeln ist wirkungslos. Dafür kann sie aber immer wieder von neuem (um-)entschieden werden.

Leichter wird es, wenn für die Verwirklichung des Vorsatzes nichts Wichtiges aufgegeben werden muss. Was das Wichtige ist, gilt es heraus zu finden. Das ist zwar oft nicht offensichtlich, hilft aber ungemein. Möchte beispielsweise jemand abnehmen, müsste sie oder er eventuell auf eine gemütliche Zeit am Abend in entspannter Atmosphäre während des Essens, oder einfach auf den Genuss des Essens selbst, verzichten. Wenn sich nun anderes findet, wie zum Beispiel Entspannung bei oder Genuss von guter Musik oder guten Büchern, verliert das Essen selbst an Wichtigkeit. Der Vorsatz der Abnahme von Gewicht fällt leichter.

Vorsätze müssen wichtig genug sein um sie jederzeit zu direkten Vorsätzen zu machen. Sind sie wichtig genug, muss man sie nicht bis zum Jahreswechsel reifen lassen. Und ist man noch nicht bereit zu einem Vorsatz kann die Zeit für die Entdeckung des Wichtigen genutzt werden um es sich dann leichter zu machen.

Prosit 2007!

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Smoms!?

20. Juli 2006

Reich zu sein ist schon nett. Es ist erstaunlich, was man mit Geld alles machen kann. Ich würde mich nicht ernsthaft dagegen wehren, es einmal auszukosten. Andererseits bereitet es bestimmt Kopfschmerzen, wenn man nie genug davon hat. Man muss es eben entsprechend anlegen. Aber die Steuern und die gesellschaftliche Verantwortung? Dann gibt man es aus und rutscht gleich tiefer auf der Liste der Top-Reichen. Ob das wirklich etwas mit Erfolg zu tun hat?

Manchmal habe ich den Eindruck, dass heute der Fokus mehr auf „reich“ statt auf „Erfolg“ liegt. Das wäre nicht so schlimm, wenn sich damit nicht die Bedeutung von „reich an Erfolg“ auf „reich“ im monetären Sinn verschieben und beschränken würde.

Aber wann ist jemand erfolgreich? Wenn jemand die beste Suite eines Fünf-Sterne-Hotels bewohnt, seinen Appetit so lange zügeln muss, bis Biochemiker sein Essen freigegeben haben und hunderte Sicherheitskräfte benötigt um eine Stadt zu besuchen, während Einwohner vor ihm abgeschirmt werden? Wenn eine berufstätige Alleinerzieherin alles so toll organisiert, dass es ihren Kindern an nichts fehlt, obwohl ihr monatliches Einkommen sich gerade mal im dreistelligen Bereich bewegt? Oder, vielleicht wenn jemand unrühmliche Ereignisse der Geschichte überlebt hat und im Pensionistenheim trotzdem auf ein zufriedenes und erfülltes Leben zurückblicken und seine Urenkel daran teilhaben lassen kann?

Ich weiß es nicht. Nun ja, eigentlich doch. Wenn auch nur für mich. Und wenn man es für sich weiß, macht es bereits einen Unterschied.

Grundsätzlich ist es eine Frage der Messung des Erfolges. Schließlich ist Messen überhaupt unsagbar wichtig in unserer Gesellschaft. Aber nicht nur die Einheit will gut überlegt sein, sondern auch der Mitbewerber, dessen Erfolg man überflügeln will.

Ich selbst favorisiere die Messung meines Erfolges in Smoms und einem sympathischen Menschen gegenüber, nämlich mir selbst. Dass der Mensch an sich eher dazu tendiert, sich mit anderen Jägern und Sammlern zu vergleichen, die jene Dinge haben, die er selbst gerne hätte, scheint schon von Vorne herein wenig Erfolg versprechend zu sein. Somit wäre auch eine Erfolgsmessung über den Durchschnittseinkommensteuersatz wenig erbaulich – jedenfalls für die Meisten von uns. Somit ist der Vergleich mit einem ebenbürtigen Menschen und in Smoms ziemlich gut geeignet.

Denn mit Smoms ist das schon anders. Sie sind unvergleichlich und gehören jedem ganz persönlich. Es gibt große und kleine, präsente und vergessene. Diese Success Moments (in englischer Grammatik Versierte mögen mir hier verzeihen) werden häufig übersehen, weil man Erfolg für sich nicht wirklich definiert hat. Wonach sollte man dann auch Ausschau halten? Aber es gibt sie. Jene Momente, in denen man das Gefühl hat, etwas besonderes erreicht zu haben, glücklich und zufrieden oder einfach nur stolz auf sich und vielleicht sogar etwas dankbar dafür zu sein, dass man es bis hierher geschafft hat.

Die eigene Definition des Erfolgs dauert seine Zeit und kann sich auch ändern. Für mich bedeutet Erfolg derzeit, eine solide Basis zu haben, um mit Ideen experimentieren zu können, die es mir ermöglichen noch erfolgreicher zu werden. Einige Smoms pro Woche wären doch fein, nicht wahr?

Wenn Sie es möchten, definieren Sie Ihren Erfolg für sich selbst. Überlegen Sie sich, wem gegenüber Sie erfolgreich sein müssen – oder, vielleicht eher doch nur sein möchten? Vielleicht überrascht es Sie dann, dass es ausschließlich um Sie selbst gehen könnte. Genießen Sie Ihren Erfolg und sammeln Sie Ihre Smoms!

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